Karl Hasselbring, *1860
EINGEWIESEN 1942 NERVENKLINIK
́VERLEGT` 9.12.1943 HEILANSTALT MESERITZ-OBRAWALDE, ERMORDET 17.2.1944
Johann-Kühn-Straße 13
Bremen-Gröpelingen
ehemalige Straßenbezeichnung: Dennewitzstraße 13
Verlegedatum: 15.04.2026
Karl Hasselbring

Karl Heinrich Johann Hasselbring wurde am 17.10. 1860 in Rendsburg geboren, als Sohn von Heinrich Hasselbring und dessen Ehefrau Christiane (geb. Stange). 1899 heiratete er in Flensburg Christiane Caroline Lachmann (geb. 1864). 1911 zog das Ehepaar nach Bremen in die Johann-Kühn-Straße 13 zur Miete. Karl Hasselbring arbeitete als Maler.
Von 1934 bis 1939 wohnte das Ehepaar im Altersheim der Eggestorff-Stiftung an der Osterholzer Heerstraße 192 und war dort wenig gelitten wegen „Querulantentums“. Sie mussten das Altersheim gegen eine private Unterkunft eintauschen. Ihr unangepasstes Verhalten brachte sie letztendlich am 1.10.1942 auf die „Siechenstation“ in der Bremer Nervenklinik. Der betreuende Arzt war der Ansicht, dass sie dort besser „aufgehoben“ seien, obwohl sie geistig als gesund galten. In der Krankenakte wird ausdrücklich das Ehepaar erwähnt, dennoch fehlen Hinweise zum Verbleib und Tod von Christiane Hasselbring. Als Ansprechpartnerin ist eine Tochter genannt.
Karl Hasselbring wurde nach den Bombenangriffen auf Bremen und den damit verbundenen Schäden an den Krankenhäusern am 9.12.1943 mit mehr als 300 anderen Patienten in die Heil- und Pflegeanstalt Meseritz-Obrawalde verlegt. Die meisten der verlegten Patienten wurden mit überdosierten Medikamenten ermordet oder verhungerten. Er starb mit 83 Jahren am 17.2.1944, laut Krankenakte angeblich an „Altersschwäche“.
Kornelia Renemann (2026)
Informationsquellen:
StA Bremen, Einwohnermeldekartei
Archiv Klinikum Bremen-Ost, Krankenakte
Weitere Informationen:
Glossarbeitrag "Euthanasie" / Zwangssterilisation
Glossarbeitrag "Heilanstalten"

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