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Biografie im Erinnerungsportal, kein Stolperstein vorhanden

Johannes Bischops, *1907

Zwangsarbeit, Verurteilt wegen "Wehrkraftzersetzung", Hingerichtet 1944


Große Johannisstraße
Bremen-Neustadt
ehemalige Straßenbezeichnung: Große Johannisstraße 207

Johannes Bischops


Johannes Eligius Bischops wurde am 30.11.1907 in Antwerpen geboren. Er war belgischer Staatsbürger. Seine Eltern waren der Eisenbahner Joseph Bischops (geboren 1889 in Antwerpen) und seine Ehefrau Maria (geboren 1887 in Antwerpen), wohnhaft in Borgerhout, einem Stadtteil von Antwerpen. Johannes war das älteste von vier Kindern. Er lebte mit seiner Ehefrau Christine Franck (geboren am 11.1.1912) ebenfalls in Borgerhout. Sie hatten dort am 19.3. 1932 auch geheiratet und bekamen drei Kinder.

Nach dem Besuch der Volksschule in Antwerpen arbeitete Bischops bis 1941 in einer Schokoladenfabrik in Antwerpen. Dazwischen absolvierte er 1927/28 den Militärdienst.

„Nachdem er dann [1941, F.D.] noch fünf Monate als Zivilarbeiter beim Planieren deutscher Flugplätze eingesetzt war, kam er im Januar 1942 freiwillig zum Arbeitseinsatz nach Deutschland. Dort arbeitet er bis zum März 1943 in der Schokoladenfabrik Hachez in Bremen und sodann bis zu seiner Festnahme in einem Marineverpflegungsamt. Allerdings blieb er noch im Luftschutzdienst der Firma Hachez eingesetzt […]. Mit Politik hat der Angeschuldigte sich nicht befaßt. Er gehörte allerdings einer Fabrikarbeitergewerkschaft und ferner dem Esperantobund an. In Bremen fiel der Angeschuldigte durch seine gute Arbeit und durch sein anständiges Verhalten auf. Auch seine Vermieterin lobt ihn als anständigen und ruhigen Menschen“, heißt es in der Anklageschrift des Oberreichsanwalts beim Volksgerichtshof.

Bischops war am 17.9.1943 vorläufig festgenommen worden und vom 24.12.1943 im Gerichtsgefängnis Bremen in Untersuchungshaft genommen worden. Die Anklage warf ihm „Wehrkraftzersetzung und Feindbegünstigung“ vor. Er habe „gegenüber Arbeitskameraden Äußerungen über die militärische Lage Deutschlands gemacht, die dazu angetan waren, die Zuversicht der Beteiligten auf einen deutschen Endsieg zu lähmen (Verbrechen gegen § 5 Abs.1 Nr.1 KSSVO., §§ 91b, 73 StGB)“.

Denunziert hatte ihn der Hachez-Prokurist Fritz Koblank, der während einer Nachtwache neben anderen Mitarbeitern Bischops Äußerungen mitbekommen hatte, wonach Deutschland den Krieg verlieren werde. Bischops gab zu, während seines Heimaturlaubs im September 1943 englische Radiosender gehört zu haben.

Der 3. Senat des Volksgerichtshofes verurteilte Bischops am 2.5.1944 zum Tode und er wurde am 10.5.1944 zur Vollstreckungshaft in das Zuchthaus Brandenburg-Görden überführt. Bischops Gnadengesuch vom 13.5.1944 wurde abgelehnt. Am 19.6.1944 wurde ihm um 13.30 Uhr mitgeteilt, dass er nun hingerichtet würde. Um 15.50 h erfolgte die Tötung durch das Fallbeil.

Die Verlegung eines Stolpersteines ist nicht möglich, weil die frühere Bebauung und Straßenführung nicht mehr besteht.

Franz Dwertmann (2025)

Informationsquellen:
StA Bremen Einwohnermeldekartei
Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde