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Eduard Kayser, *1895

VERHAFTET / VERURTEILT 1944, ARBEITSERZIEHUNGSLAGER FARGE, "WEHRKRAFTZERSETZUNG", ZUCHTHAUS BRANDENBURG, HINGERICHTET 16.4.1945


Hastedter Heerstraße 174
Bremen-Hemelingen

Verlegedatum: 30.09.2021

Eduard Kayser


Der 1895 geborene Eduard Kayser wuchs in Walle auf, besuchte dort die Handelsschule und absolvierte eine kaufmännische Lehre. 1915 bis 1918 nahm er am 1. Weltkrieg teil, ging anschließend zur Bremer Schutzpolizei, schied dort wegen eines Augenleidens aus, war arbeitslos und fand schließlich eine Anstellung als Lohnbuchhalter bei der Norddeutschen Wasserversorgung. 1920 hatte er geheiratet und lebte mit seiner Familie in der Östlichen Vorstadt. Anfang der 1940er Jahre zog Kayser wegen Eheproblemen in die Hastedter Heerstraße 174.

Eduard Kayser war zu Beginn der Naziherrschaft für kurze Zeit Mitglied der NSDAP, machte aber später aus seiner Abneigung gegen Hitler keinen Hehl. Bei der Gestapo wurde angezeigt, dass er Feindsender höre und kritische Äußerungen über den Krieg mache. Seine staatsfeindliche Haltung habe er sowohl in seiner Stammkneipe (Am Dobben) als auch in Diskussionen mit seinen Kollegen zum Ausdruck gebracht. Kayser selbst vermutete, dass seine Frau ihn denunziert habe, die Gestapo hatte aber auch Informanten bei der Norddeutschen Wasserversorgung. Anfang Juni wurde Kayser dort in seinem Büro von dem Gestapobeamten Johann Meyer verhaftet.

Etwa zwei Monate verbrachte Kayser im Untersuchungsgefängnis („Schutzhaft“), wurde dann ins „Arbeitserziehungslager“ Farge überstellt, um schließlich ins Zuchthaus Brandenburg/Havel eingeliefert zu werden. Der Volksgerichtshof hatte ihn mittlerweile zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde noch kurz vor Kriegsende vollstreckt, am 16.4.1945.

Franz Dwertmann (2021)