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Biografie im Erinnerungsportal, kein Stolperstein vorhanden

Frieda Baumgarten, *1859

Deportiert 1942 Ghetto Theresienstadt, ermordet


Gröpelinger Heerstraße 167
Bremen-Gröpelingen

Frieda Baumgarten


Frieda Baumgarten wurde als Tochter von Hirsch Baumgarten (geb. 1825) und Henriette geb. Düring (geb. 1830) am 30.10.1859 in Thedinghausen geboren. Drei ihrer Geschwister sind namentlich bekannt: Bertha (geb. 1850), Heinrich (geb. 1865) und Martin (geb. 1868). Der Vater von Frieda war als Schlachter und Viehhändler in Thedinghausen, Braunschweiger Straße 28, tätig.

Familie Baumgarten war die letzte jüdische Familie in der Gemeinde und zunehmender gesellschaftlicher Isolierung ausgesetzt. 1929 hatte sich in Thedinghausen eine aggressive NSDAP-Ortsgruppe formiert. Die Nationalsozialisten entzogen der Familie in den 1930er-Jahren zunehmend ihre existentielle Grundlage.

Frieda Baumgarten verließ am 27.2.1936 zwangsweise Thedinghausen mit ihren unverheirateten Brüdern Martin und Heinrich. Sie zogen in das Jüdische Altersheim, Gröpelinger Heerstraße 167, in Bremen.

Heinrich Baumgarten verstarb dort am 22.7.1941 mit 76 Jahren.

Frieda wurde mit 70 anderen Altersheimbewohnern als 83-Jährige am 23.7.1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert und starb dort am 6.12.1942 an den unmenschlichen Lebensbedingungen.

Auf dem Hintergrund des Altersunterschiedes wurden die Geschwister getrennt. Bruder Martin kam am 14.6.1941 in die Israelitische Heil-und Pflegeanstalt Bendorf-Sayn. Am 15.6.1942 wurde er über Koblenz in das Vernichtungslager Sobibor deportiert. Sein Todesdatum ist unbekannt.

Eine Gedenktafel am Taubenturm vor dem Rathaus in Thedinghausen erinnert an das Schicksal der jüdischen Gemeinde, deren Friedhof 1942 vollständig zerstört und eingeebnet wurde.

Den Opfern aus dem Jüdischen Altersheim wird seit 2014 auf einer Gedenkstele beim Gebäude gedacht. Es werden dort keine Stolpersteine verlegt.

Petra Nothaft (2026)

Informationsquellen:
StA Bremen Einwohnermeldekartei
Bähmer, Monika, Frenzel, Andreas : Jüdische Spuren in Thedinghausen,Teil 1 und 2, 2010
K.Asendorf: Die vergessenen Juden in Thedinghausen, Selbstverlag 1989
Christoffersen, Peter/Johr, Barbara (Hrsg.): Stolpersteine in Bremen in Walle, Findorff, Gröpelingen, hier: Nitsche-Gleim, Christine: Das Jüdische Altersheim in Bremen-Gröpelingen, Bremen 2019

Weitere Informationen:
Glossarbeitrag Theresienstadt