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Biografie im Erinnerungsportal, kein Stolperstein vorhanden

Leopold Abraham, *1867

Deportiert 1942 Ghetto Theresienstadt, ermordet


Gröpelinger Heerstraße 167
Bremen-Gröpelingen

Leopold Abraham


Leopold Abraham wurde am 28.6.1867 als Sohn des Kaufmanns Elias (Eduard) Ezechiel Abraham aus Bremen-Hastedt (geb. 1825) und Galathea, geb. Berendt, aus Kopenhagen (geb. 1834) in Bremen geboren.

Die Familie Abraham gehörte zu den Schutzjudenfamilien. Ab 1819 waren in Bremen Juden aus der Stadt verwiesen worden. Gegen Zahlung von Sondersteuern an den jeweiligen Landesherrn bekamen sie ein befristetes Aufenthalts- und Handelsrecht. In Hastedt lebten sie zunächst auf einem dem Kurfürstentum Hannover zugehörenden Gebiet. Als sie 1803 die Zugehörigkeit zu Hannover verloren, wurde die jüdische Gemeinde außerhalb der Stadt in Hastedt und Barkhof gegründet. Nach jahrzehntelanger Vertreibung vor die Stadttore, durften jüdische Familien erst ab 1849 wieder in die Stadt ziehen und bekamen das Bürgerrecht. Der Zusammenhalt der jüdischen Familien in Hastedt aber blieb. Der Vater von Leopold war von 1861 bis 1916 als Armenvorsteher in der Israelitischen Gemeinde in Bremen-Hastedt tätig und begleitete die Veränderung.

Leopold Abraham war der Jüngste Sohn der Familie. Er hatte drei Brüder: James (1856-1933), Arthur (geb. 1864) und Julius (1866-1908 New York) wanderten aus.

Am 12.2.1897 heiratete Leopold Abraham Henriette, geb. Mehler (geb. 1861), in Emmerich. Das Ehepaar zog nach der Hochzeit zunächst nach Bremen und bekam am 2.11.1897 eine Tochter. Diese erhielt den Vornamen der väterlichen Großmutter, Galathea. Leopold Abraham war als selbständiger Kaufmann im Manufakturwarenhandel tätig.

Am 8.8.1927 starb Henriette Abraham. Sie wurde, wie die Eltern von Leopold, auf dem jüdischen Friedhof in Bremen-Hastedt begraben.

Wann und aus welchen Gründen Leopold Abraham nach Köln zog, ist unbekannt. Tochter Galathea hatte mittlerweile Hans Heckmann in „privilegierter Mischehe“ geheiratet und war mit ihm nach Halle an der Saale gezogen.

Am 1.11.1929 zog Leopold Abraham aus Köln kommend in das Jüdische Altersheim, Gröpelinger Heerstraße 167, in Bremen. Seinen neuen Beruf in der Versicherungsbranche übte er als „Privatmann“ auch noch im Altersheim aus. Dort lernte er Dora Rebecca Behrens (siehe Erinnerungsportal) kennen, die seine Lebensgefährtin wurde; so ist es auf seiner Sterbeurkunde vermerkt.

Leopold Abraham lebte im Jüdischen Altersheim bis zu seiner Deportation nach Theresienstadt am 23.7.1942. In der Todesfallanzeige wird als Todestag der 19.1.1943 angegeben, angebliche Todesursache Beinthrombose .

Den Opfern aus dem Jüdischen Altersheim wird seit 2014 auf einer Gedenkstele beim Gebäude gedacht. Es werden dort keine Stolpersteine verlegt.

Petra Nothaft (2026)

Informationsquellen:
StA Bremen Einwohnermeldekartei
www.holocaust. cz
Alemannia Judaica
ww.genealogy.net
Markreich, Max : Geschichte der Juden in Bremen und Umgebung, Bremen 2009
Brocken Michael/Pelzer, Cläre/Schürmann, S.Herbert: Juden in Emmerich, Emmericher Geschichtsverein 1993

Weitere Informationen:
Glossarbeitrag Theresienstadt
Glossarbeitrag Israelitische Gemeinde Bremen