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Biografie im Erinnerungsportal, kein Stolperstein vorhanden

Friedrich de Jonge, *1876

Deportiert 1942, Ghetto Theresienstadt, ermordet 9.10.1942


Gröpelinger Heerstraße 167
Bremen-Gröpelingen

Friedrich de Jonge


Friedrich de Jonge wurde am 24.10.1876 in dem kleinen ostfriesischem Ort Weener geboren, Sohn von Abraham de Jonge und dessen Ehefrau Elise Esther, geb. Wolff. Der Vater bewirtschaftete eine Schlachterei in Weener. Friedrich war der jüngste von insgesamt sechs Brüdern.

Zusammen mit seinen Brüdern Benjamin und Simon arbeitete Friedrich in Weener zunächst als Viehhändler. Ab 1910 lebte er in Stade und war verheiratet. In das Haus im Neuwerk 4, wo er Ende der 1930er Jahre lebte, wurden auf Anordnung der Nationalsozialisten mehrere Mitglieder der jüdischen Gemeinde zu Stade gezwungen, dorthin umzuziehen. Friedrich de Jonges Ehefrau starb im Dezember 1941. Ende Januar 1942 wurde Friedrich genötigt, in das Jüdische Altersheim in Bremen umzuziehen.

Dort traf er die Witwe seines Bruders (Wolff Abraham) Pauline de Jonge und deren Tochter Erna, die in dem überlegten Altersheim in der Gröpelinger Heerstraße 167 als Haushaltshilfe arbeitete.

Am 23.7.1942 ging der Transport VIII-1-673 in das Ghetto Theresienstadt. Insgesamt 70 Bewohner des Altersheims wurden deportiert, darunter Pauline, Elise und Friedrich de Jonge. Bei strömendem Regen im Morgengrauen, mit z.T. durchnässten Gepäck, wurden sie in fünf Waggons untergebracht. Nach ihrer Ankunft in Theresienstadt am darauffolgenden Vormittag mussten sie mit ihrem Gepäck von der Bahnstation Bohušovice zweieinhalb Kilometer zu Fuß ins Ghetto laufen. Nach den Strapazen des Transportes überlebten neun Altersheimbewohner schon den ersten Monat in Theresienstadt nicht.

Der 76-jährige Friedrich de Jonge starb am 7.10.1942.

Für seine Nichte Else liegt ein Stolperstein in Bremen in der Buxtehuder Straße 9. Von Friedrichs fünf Brüdern starben zwei in Weener vor 1933, sein Bruder Simon wurde in Minsk ermordet. Für ihn und seine Familie liegen Stolpersteine vor dem ehemaligen Judenhaus in Alte Hafenstraße 23 in Bremen-Vegesack. Für seinen Bruder Benjamin und dessen Familie liegen Stolpersteine in Minden (sie waren 1940 aus Ostfriesland ausgewiesen worden), von dort erfolgte die Deportation in das Ghetto Theresienstadt, wo sie ermordet wurden.

Den Opfern aus dem Jüdischen Altersheim wird seit 2014 auf einer Gedenkstele beim Gebäude gedacht. Es werden dort keine Stolpersteine verlegt.

Kornelia Renemann (2026)

Informationsquellen:
Christoffersen, Peter/Johr, Barbara: Stolpersteine Bremen – Biografische Spurensuche, Band 5 Findorff-Gröpelingen, hier: Nitsche-Gleim, Christine „Das Jüdische Altersheim in Gröpelingen“, S. 26-41, Bre­men 2019
Familiendatenbank Juden im Deutschen Reich (www.ortsfamilienbuecher.de)
Stolpersteine Minden (https://www.stolpersteine-minden.de)
Stolpersteine Weener (http://www.stolpersteine-weener.de)
Stolpersteine Stade (http://www.stolpersteine-stade.de)

Weitere Informationen:
Glossarbeitrag Theresienstadt
Pauline de Jonge