Biografie im Erinnerungsportal, kein Stolperstein vorhanden
Ida Heymann, *1890
Deportiert 1942 Ghetto Theresienstadt, 1943 Auschwitz, ermordet
Gröpelinger Heerstraße 167
Bremen-Gröpelingen
Ida Heymann
Ida Heymann wurde am 12.9.1890 in Steele als Tochter von Hulda geb. Gans (geb. 1868) aus Hörde/Westfalen und dem Kaufmann Levy Heymann (geb. 1859) aus Steele/Kreis Essen, geboren. Sie hatte einen jüngeren Bruder Adolph (geb. 1889). Der Vater starb 1919.
Als Beruf von Ida wurde auf der Einwohnermeldekarte Kontoristin angegeben. Ida Heymann blieb unverheiratet. Sie lebte vermutlich mit ihrer Mutter bis zu deren Tod 1931 in Steele, Ruhrstraße 10a, zusammen.
Der Bruder von Ida studierte Medizin. Er bekam am 5.4.1916 als Assistenzarzt das Eiserne Kreuz verliehen. Am 1.7. 1920 zog er nach Wesermünde und ließ sich dort mit einer allgemeinmedizinischen Praxis in der Langen Straße 7 nieder. Er gründete mit Martha Heymann eine Familie, sie bekamen zwei Kinder: Hans Günther (geb. 1919) und Ruth (geb. 1928). Der genaue Umzugstermin von Ida Heymann zur Familie des Bruders nach Wesermünde ist nicht bekannt.
Ab 1.4.1933 begannen Boykottmaßnahmen gegen die jüdischen Ärzte. Adolph Heymann, der eine hochangesehene Praxis unterhielt, wurde zunehmend die existentielle Grundlage durch das nationalsozialistische Regime entzogen. Zunächst verlor er die Kassenzulassung, im September 1938 folgte durch die „Vierte Verordnung zum Reichsbürgergesetz“ der endgültige Verlust der Berufsausübung durch den Entzug der Approbation. Adolph Heymann gelang noch im Herbst 1938 mit seiner Familie die Flucht in die USA. Er war später als Arzt in New York tätig und erlangte die amerikanische Staatsbürgerschaft.
Ida Heymann, die aus unbekannten Gründen nicht ins Exil ging, lebte bis 22.1.1942 weiter in Wesermünde. Anschließend zog sie nach Bremen in das Jüdische Altersheim, Gröpelinger Heerstraße 167, um.
Am 23.7.1942 wurde sie mit den anderen Bewohnern und Bewohnerinnen des Jüdischen Altersheimes mit dem Transport VIII/1 von Hannover nach Theresienstadt deportiert. Nach einem halben Jahr Gefangenschaft wurde sie am 23.1.1943 in das Vernichtungslager Auschwitz verschleppt und ermordet.
Seit dem 1.10.2024 liegen für Adolph Heymann, seine Frau Martha, seine Kinder Hans Günther und Ruth und für Ida Heymann an ihrem damaligen Wohnort in Bremerhaven/Lehe, Langen Straße 7, fünf Stolpersteine .
Den Opfern aus dem Jüdischen Altersheim wird seit 2014 auf einer Gedenkstele beim Gebäude gedacht. Es werden dort keine Stolpersteine verlegt.
Petra Nothaft (2026)
Informationsquellen:
StA Bremen Einwohnermeldekartei
Haus Essener Geschichte/Stadtarchiv
www.Bremerhaven.de
Christoffersen, Peter/Johr, Barbara (Hrsg.): Stolpersteine in Bremen in Walle, Findorff, Gröpelingen, hier: Nitsche-Gleim, Christine: Das Jüdische Altersheim in Bremen-Gröpelingen, Bremen 2019
Weitere Informationen:
Glossarbeitrag Theresienstadt
Glossarbeitrag Auschwitz

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