Sie befinden sich hier | Kapitelüberschrift  Suche
Schriftgroesse verkleinern Schriftgroesse normal Schriftgroesse vergrössern
Diese Seite ausdrucken

Frieda Alexander, geb. Magnus, *1895

Heimatort unfreiwillig verlassen 1942 Bücken, Deportiert 1943,
ermordet in Auschwitz


Hannoversche Straße 69
Bremen-Hemelingen
ehemalige Straßenbezeichnung: Langenstraße 69

Verlegedatum: 07.06.2012


Hannoversche Straße 69 - Weitere Stolpersteine:


Frieda Alexander

Frieda Alexandergeb. 1.1.1895 Bücken

Frieda Alexander war die Tochter von Max (Moses) Magnus (gest. 1940) und seiner Ehefrau Minna geb. Jacobson (gest. 1938). Ihre Eltern lebten in Bücken, Landkreis Hoya.

Am 5.12.1920 heiratete sie den Viehhändler und Schlachter Iwan Alexander (geb. 1893 in Hemelingen). Sie wohnten in Hemelingen, Langenstraße 69 (heute Hannoversche Straße). Das Ehepaar bekam zwei Kinder: Günther (* 6.4.1922 in Bremen) und Inge Rose (* 27.11.1924 in Bremen). Aus gesundheitlichen Gründen gaben sie 1931 ihre Tochter bei Iwan Alexanders Schwester Selma in Verden in Pflegschaft.

Ihr Vater verstarb 1940 in Bücken. Über seine Beerdigung berichteten Augenzeugen: "Der Trauerzug zum jüdischen Friedhof in Hoyerhagen war ein Spießrutenlaufen für die wenigen Angehörigen. Die Nachbarn wagten nur in der Dunkelheit im Trauerhaus zu kondolieren und vom Fenster ihrer Wohnung aus den armseligen Trauerzug zu geleiten. Die Hitlerjugend lärmte vor dem Trauerhaus und bewarf den Sargwagen."

Nach dem Iwan Alexander aller Existenzmöglichkeiten beraubt worden war, verließ er mit seiner Ehefrau am 15.1.1942 Bremen und zog nach Bücken, Ostertorstraße 11 (Elternhaus der Ehefrau).

1942 wurden Iwan und Frieda Alexander in Bücken verhaftet und in das Sammellager Ahlem bei Hannover eingewiesen. Von dort wurden sie am 2.3.1943 in das KZ Auschwitz deportiert und ermordet.

Aus der Internierungszeit in Ahlem ist ein Augenzeugenbericht erhalten: "Eine Bücker Nachbarin, die in Hannover in Stellung war, konnte sie dort besuchen und unter dem Decknamen "deine Tante Sophie" Post von Frieda Alexander empfangen. Die letzte Karte war kurz: "Wir verreisen. Komm doch noch einmal!" Aber ihr Besuch kam zu spät. Bis auf eine alte ungarische Jüdin waren alle abtransportiert. Noch einmal gelang es Frieda Alexander, auf der Fahrt nach Osten eine Karte an ihre Nachbarin zu schicken."

Der Bruder von Frieda Alexander, Bernhard Magnus, konnte am 13.7.1938 mit seiner Ehefrau Irmgard, geb. Rosenbach, und der Tochter Hannelore aus Bremen über Paraguay nach Argentinien auswandern. Irmgard Magnus war eine Enkelin von Friederike Silberberg, die wiederum eine Schwester von Levy Alexander war.


Zusammengestellt:
Peter Christoffersen (2012)

Informationsquellen:
Adressbuch Hemelingen
Staatsarchiv Bremen, Einwohnermeldekarte von Iwan Alexander
Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen / hrsg. von Herbert Obenaus. In Zsarb. mit David Bankier und Daniel Fraenkel, S. 374 (Bücken)
www.evlka.de/extern/syke/buecken/leben.html (Spuren jüdischen Lebens im Flecken
Bücken Kirche-Bücken.de)

Weitere Informationen:
Glossarbeitrag Auschwitz