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Samson Altgenug, *1890

deportiert 1941
ermordet in Minsk


Charlottenstr. 28
Bremen-Mitte


Charlottenstr. 28 - Weitere Stolpersteine:


Samson Altgenug

geb. 25.1.1890 Norden

Samson Siegmund Hermann Altgenug war der Sohn von Hermann (Samson) Altgenug, geb. 1862 in Norden, und Betti Altgenug, geb. von der Wall, geb. 1857. Das Ehepaar hatte sechs Kinder: neben Samson noch Joseph, (geb. 1889), Moses (geb. 1891), Hanna (Hannchen) (geb. 1897), Jette (geb. 1898), Jakob (geb. 1900). Alle Kinder waren in Norden geboren worden.

Samson war mit Johanna Emanuel (geb. 1901 in Nentershausen) verheiratet. Sie hatten zwei Kinder Hermann (geb. 15.11.1924 in Norden) und Tochter Fränzel (geb. 29.3.1929 in Norden).

Samsons Vater Hermann (Samson) Altgenug war Viehhändler in Norden und betrieb eine Milchwirtschaft mit etwa 30 Kühen. Sein Geschäft, das bereits seit 1887 existierte, umfasste Viehmast, Viehhandel und Kreditvergabe. Es wurde am 1.1.1932 von Samson (Siegmund) und dessen Bruder Joseph übernommen. Der Geschäftsgewinn verringerte sich beständig, und am 01.1.1938 wurde den Altgenugs vom Viehwirtschaftsverband Oldenburg die Handelserlaubnis entzogen.

Während des Novemberpogroms am 9./10.11.1938 wurde Joseph inhaftiert und war bis zum 6.12.1938 im KZ Sachsenhausen interniert. Während dessen Abwesenheit verkaufte die Kreisbauernschaft die Milchkühe an „arische“ Bauern, was zur Aufgabe der noch bis dahin von der Familie betriebenen Milchwirtschaft führte. Es gab nun in Norden für die gesamte Familie Altgenug keinerlei Verdienstmöglichkeiten mehr.

Samsons Vater Hermann Altgenug wurde am 17.2.1940 in das jüdische Altersheim in Emden eingewiesen, wo er am 13.4.1940 starb. Dessen Ehefrau war bereits am 26.2.1939 verstorben und auf dem jüdischen Friedhof in Norden bestattet worden. Die Söhne verließen Norden und zogen am 26.2.1940 mit ihren Familien nach Bremen, in das „Judenhaus“ Charlottenstraße 28.

Samson Altgenug, seine Ehefrau Johanna und die beiden Kinder Hermann und Fränzel wurden am 18.11.1941 nach Minsk deportiert. Alle erlagen in Minsk den Entbehrungen oder wurden ermordet..

Das Schicksal der Deportation teilten sein Bruder Joseph und dessen Ehefrau Sophie sowie sein Bruder Jakob.

Die Schwestern Hanna (Hannchen), verh. Gerson, und Jette, verh. Gerson, konnten mit ihren Familien nach Argentinien auswandern. Sie trafen am 3.5.1939 in Buenos Aires ein.

Der Bruder Moses war am 6.9.1916 im Ersten Weltkrieg gefallen.


Verfasser:
Barbara Ebeling/Peter Christoffersen (2011)

Informationsquellen:
Staatsarchiv Bremen, Akten 4,54-E11856/1, E10302, E11870
www.stenenarchief.nl
Jewish Genealogy Argentina (www.hebrewsurnames.com)
http://www.alemannia-judaica.de/norden_friedhof.htm
www.norden.de (Bericht Gedenkfeier jüdisches Mahnmal)

Weitere Informationen:
Glossarbeitrag Minsk
Glossarbeitrag "Judenhäuser"

Biografie als PDF