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Sophie Altgenug, geb. Weinberg, *1896

deportiert 1941
ermordet in Minsk


Charlottenstr. 28
Bremen-Mitte


Charlottenstr. 28 - Weitere Stolpersteine:


Sophie Altgenug

geb. 14.2.1896 in Esens

Sophie Altgenug, geb. Weinberg, war mit Joseph Altgenug aus Norden verheiratet. Das Ehepaar hatte drei Kinder, Fritz (Geburtsdatum unbekannt, am 10.7.1936 verstorben), Hugo (geb. 15.3.1925) und Rolf (geb. 3.2.1930). Hugo nahm sich am 16.7.1940 in Bremen das Leben, seine Leiche wurde in der Weser aufgefunden. Rolf wurde 1939 von der Familie Joh. Erikson in Schweden aufgenommen und überlebte.

Ihr Schwiegervater war Viehhändler Joseph Altgenug, Hermann (Samson), der in Norden eine Milchwirtschaft mit etwa 30 Kühen betrieb. Sein Geschäft, das bereits seit 1887 existierte, umfasste Viehmast, Viehhandel und Kreditvergabe. Es wurde am 1.1.1932 von Joseph und seinem Bruder Samson (Siegmund) übernommen. Der Geschäftsgewinn verringerte sich beständig, und am 01.1.1938 wurde den Altgenugs vom Viehwirtschaftsverband Oldenburg die Handelserlaubnis entzogen.

Während des Novemberpogroms am 9./10.11.1938 wurde ihr Ehemann Joseph inhaftiert und war bis zum 6.12.1938 im KZ Sachsenhausen interniert. Während seiner Abwesenheit verkaufte die Kreisbauernschaft die Milchkühe an „arische“ Bauern, was zur Aufgabe der noch bis dahin von der Familie betriebenen Milchwirtschaft führte. Es gab nun in Norden für die gesamte Familie Altgenug keinerlei Verdienstmöglichkeiten mehr.

Ihr Schwiegervater Hermann Altgenug wurde am 17.2.1940 in das jüdische Altersheim in Emden eingewiesen, wo er am 13.4.1940 starb. Dessen Ehefrau war bereits am 26.2.1939 verstorben und auf dem jüdischen Friedhof in Norden bestattet worden. Die Söhne verließen Norden und zogen am 26.2.1940 mit ihren Familien nach Bremen, in das „Judenhaus“ Charlottenstraße 28.

Joseph Altgenug und seine Ehefrau Sophie wurden am 18.11.1941 nach Minsk deportiert. Das Schicksal der Deportation teilten sein Bruder Samson mit dessen Ehefrau Johanna und den Kindern Hermann und Fränzel, sowie sein Bruder Jakob. Alle erlagen in Minsk den Entbehrungen oder wurden ermordet.


Verfasser:
Barbara Ebeling/Peter Christoffersen (2011)

Informationsquellen:
Staatsarchiv Bremen, Akten 4,54-E11856/1, E10302, E11870
www.stenenarchief.nl
Jewish Genealogy Argentina (www.hebrewsurnames.com)
http://www.alemannia-judaica.de/norden_friedhof.htm
www.norden.de (Bericht Gedenkfeier jüdisches Mahnmal)

Weitere Informationen:
Glossarbeitrag Minsk
Glossarbeitrag "Judenhäuser"